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Versteigern, Verlosen oder Verkaufen

Es gibt verschiedene mehr oder weniger populäre Wege, eine Immobilie zu veräußern. Nachfolgend möchte ich unkonventionelle Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen darstellen.

Verlosungen von Immobilien haben in Österreich anfangs die Wellen hochgehen lassen. Justiz- und Finanzministerium haben mittlerweile klargestellt, dass Privatpersonen in Österreich Immobilien verlosen dürfen. Wesentlich ist, dass der Wert aller Lose den Verkehrswert der Immobilie samt Nebenkosten nicht übersteigen darf. Mehr als der Verkehrswert ist für den Verloser somit nie erzielbar. Wird eine laufende Verlosung aber wegen mangelnden Interesses eingestellt, hat der Verloser trotzdem alle Kosten, insbesondere die Glücksspielgebühr zu zahlen, die immerhin 12% vom Wert aller aufgelegten Lose ausmacht!
Der „Gewinner“ der Immobilie hat dieselben Nebenkosten zu bezahlen, wie bei einem normalen Kauf (3,5% Grunderwerbsteuer, 1% Grundbucheintragung, etc. ).

Eine andere Möglichkeit einer unüblichen Veräußerung einer Immobilie sind freiwillige Immobilienversteigerungen durch das Gericht oder neu, seit Anfang 2009, durch Private. Die Grundlage dazu bildet das „Feilbietungsrechtsänderungsgesetz“ (FRÄG), welches Privatpersonen und Institutionen unter Aufsicht eines Notars ermöglicht, eine Privatversteigerung (= freiwillige Feilbietung) vorzunehmen. Diese Wege des Immobilienverkaufs sind bisher in der Öffentlichkeit beinahe unbemerkt geblieben.

Bei einer freiwilligen Feilbietung kann der Eigentümer das Verfahren wesentlich mitbestimmen, zum Beispiel den Ausrufungspreis (üblicherweise mind. 50% des Verkehrswertes), die Höhe des Vadiums, Versteigerungsstufen, etc. Damit ein korrekter Ablauf gewährleistet ist, müssen die Feilbietungsbedingungen jedenfalls von einem unabhängigen Notar geprüft werden. Dieser veröffentlicht die Versteigerung über mindestens 3 Wochen in der Justizdatei (www.edikte.justiz.gv.at). Die Versteigerung selber kann dann von einem Rechtsanwalt oder Immobilientreuhänder vorgenommen werden.
Der Vorteil einer freiwilligen Feilbietung liegt darin, dass zum Versteigerungstermin mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest der Ausrufpreis erlöst werden kann. Ist das Interesse groß, das heißt, wenn sich mehrere Interessenten hochlizitieren, kann der Preis auch den Verkehrswert übersteigen. Der Bieter, der das Höchstgebot abgibt, erwirbt die Immobilie.
Die Kosten einer freiwilliger Feilbietung für den Eigentümer ergeben sich im wesentlichen aus den üblichen Tarifen von Anwälten, Notaren und Immobilientreuhändern, der Ersteher hat dieselben Nebenkosten zu bezahlen, wie bei einem normalen Kauf (3,5% Grunderwerbsteuer, 1% Grundbucheintragung, etc. ).

Hat man ausreichend Zeit, so ist es nach wie vor am effektivsten, den klassischen Weg eines üblichen Verkaufes zu wählen. Entweder man sucht sich den Käufer selber oder man bedient sich eines professionellen Immobilienmaklers. Nicht nur, dass der Verkäufer den Verkaufsvorgang ständig selbst bestimmt und problemlos und ohne Aufwand und Kosten auch abbrechen kann, es wird sich jeder Makler redlich bemühen, einen möglichst hohen Preis zu erzielen, denn davon hängt ja letztendlich auch sein Honorar ab.

© Dr. Christian Neumayr  MRICS

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